Schlichtung erfolgreich – Umfangreiche Verbesserungen erzielt

Der mehr als zwei Monate dauernde Schlichtungsmarathon ist beendet. Im Ergebnis der Schlichtung konnte die GDL umfangreiche tarifvertragliche Verbesserungen für Lokomotivführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen bei der DB erzielen. Damit hat die GDL insbesondere bei der Durchsetzung verbesserter Arbeitszeit- und Ruhezeitregelungen und bei der Steigerung der Attraktivität der Berufsbilder des Zugpersonals den Mitgliederauftrag erfüllt.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

  • Verbindliche Planbarkeit der Freizeit in drei Schritten
  • Erhöhung der Mindestschichtanrechnung auf sechs Stunden
  • Erhöhung der Entgelttabellen und Zulagen
  • Auch Bereitstellungslokomotivführer die auf der Strecke fahren, werden in LF 5 eingruppiert
  • Höheres Einkommen durch Verbesserung der Struktur der Entgelttabellen, insbesondere für jüngere Lokomotivführer und berufserfahrene Zugbegleiter
  • Regelungen des FDU-TV werden auch für Zugbegleiter und Bordgastronomen zur Anwendung gebracht
  • Teilzeitarbeitnehmer haben keine Pflicht zur Mehrarbeit
  • Alle GDL-Mitglieder im Bereich der DB können Leistungen des FairnessPlan e.V. beanspruchen
  • Verbesserungen im NachwuchskräfteTV
  • Dazu kommen viele weitere Punkte

Die GDL wird ihre Mitglieder, Amtsinhaber und Betriebsräte in Kürze umfangreich über das Schlichtungsergebnis informieren. Das Ergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der GDL-Tarifkommission.

Quelle: http://gdl.de/Aktuell-2017/AushangReport-1489143625

GDL setzt Schlichtung in Gang

Dauerhafte Verweigerungshaltung der DB

„Sechs ergebnislose Runden haben klar aufgezeigt, dass beim Arbeitgeber keinerlei Bereitschaft besteht, auf Basis unserer Forderungen zu verhandeln. Doch die berechtigten Belange des Zugpersonals dulden keinen weiteren Aufschub. Aufgrund der dauerhaften Verweigerungshaltung der DB erklären wir die Tarifverhandlungen für gescheitert und setzen das für diesen Fall im Grundsatz-Tarifvertrag vorgesehene Schlichtungsverfahren in Gang“ so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Claus Weselsky.

„Wir haben mehrfach klar und verständlich erklärt, dass unsere Mitglieder unverzüglich wirksame Regelungen zur Reduzierung ihrer Belastung benötigen“, so Weselsky weiter. „Wir haben darüber hinaus deutlich gemacht, dass eben nicht nur die Frage des Überstundenvolumens, sondern auch die Anzahl der zu leistenden Schichten, ungünstige Schichtfolgen, Schichtverlängerungen oder der Wegfall von Ruhetagen aufgrund eines seit Jahren vorhandenen strukturellen Personalmangels die Belastung des Zugpersonals steigern.“

Zeit gewinnen, abwiegeln, aussitzen

Doch die DB zeigte sich gegenüber den Bedürfnissen der eigenen Mitarbeiter und den Argumenten der GDL blind und taub. Seit Verhandlungsbeginn im Oktober 2016 legte sie nach dem Motto „Zeit gewinnen, abwiegeln, aussitzen“ nur minimale Variationen vorheriger Scheinangebote vor. Insbesondere bei den Forderungen zu Arbeitszeit- und Ruhezeitverteilung war zu keinem Zeitpunkt auch nur der Hauch von Verhandlungsbereitschaft zu erkennen. Im Gegenteil: Statt dringend nötiger Arbeitszeitverbesserungen gesteht die DB dem Zugpersonal beharrlich nicht einmal zwei freie Tage nach fünf Arbeitstagen zu – Regelungen, die für jeden anderen Arbeitnehmer wie selbstverständlich gelten.

Auch die Angebote zur Verbesserung der Vergütung können nicht überzeugen. Geht es nach der DB, soll sich das Zugpersonal weiterhin mit 0,66 Prozent pro Jahr für 27 Monate abspeisen lassen. Lediglich die Einmalzahlung wurde von 375 Euro für sieben Monate auf 550 Euro für sechs Monate gesteigert. Im Übrigen weigert sich der Arbeitgeber beharrlich, bestehende Tarifverträge anzuwenden. So scheut er beispielsweise nicht einmal davor zurück, Auszubildenden, die an die GDL-Tarifverträge gebunden sind, die ihnen zustehende Fahrentschädigung vorzuenthalten.

Gute Lösung für das Zugpersonal

„Das Management der DB befindet sich im Wolkenkuckucksheim. Auf dem Trip der beste Arbeitgeber des Landes zu sein, ist man offensichtlich nicht bereit, die Leistung des Zugpersonals angemessen zu würdigen. Doch die permanente Ignoranz der betrieblichen Realität ist keine Grundlage für erfolgreiche Verbesserungen, sodass weitere Gespräche keinerlei Sinn ergeben“, so Weselsky. „Nun sind die Schlichter aufgerufen, eine gute Lösung für die Beschäftigten zu erarbeiten.“

Die GDL wird im nächsten Schritt einen Schlichter ihrer Wahl benennen. Die Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit dem Schlichtungsverfahren sind ab sofort wirksam. Das betrifft insbesondere die Zeitläufe, das Vertraulichkeitsgebot und die Friedenspflicht.

http://www.gdl.de/Aktuell-2016/Pressemitteilung-1482489664

Null Arbeitszeitverbesserung

Obwohl die DB mit der GDL schon harte Tarifauseinandersetzungen ausgetragen hat, hat sie immer noch nichts verstanden, oder will sie nichts verstehen. Auch in der heutigen sechsten Verhandlungsrunde hat sie keine einzige Regelung zur Arbeitszeitverbesserung für das Zugpersonal verankert – schon gar keine zwei freien Tage nach fünf Schichten, wie sie jeder andere Arbeitnehmer auch hat.

Vielmehr sollen Lokomotivführer und Zugbegleiter weiterhin nach sechs Tagen nur eineinhalb Tage (36 Stunden) frei haben. Stattdessen will die DB zwei Jahre mit den Betriebsräten weiterhin irgendwelche Projekte ausprobieren. Das Zugpersonal ist jetzt hoch belastet, es kann jetzt keine Freizeit planen. Deshalb muss die Belastung der Lokomotivführer und Zugbegleiter jetzt reduziert werden – mit einer tariflich verankerten Verbesserung der Arbeitszeit. Im Übrigen wollen GDL-Mitglieder keine Versuchskaninchen sein.

Noch nicht einmal das Angebot zum linearen Entgelt hat die DB erhöht. Das Zugpersonal soll sich weiterhin mit 0,66 Prozent pro Jahr für 27 Monate abspeisen lassen. Lediglich die Einmalzahlung wurde von 375 Euro für sieben Monate auf 550 Euro für sechs Monate gesteigert.

Die GDL hat die Verhandlungen ohne weitere Terminvereinbarung beendet. Sie wird die Situation intern bewerten und über das weitere Vorgehen entscheiden.

http://www.gdl.de/Aktuell-2016/AushangFakten-1481918281

DB-Tarifverhandlungen – Altes Angebot – neu erklärt

Mit diesen Worten lässt sich die fünfte Verhandlungsrunde mit der DB am 28. November 2016 in Frankfurt am Main trefflich beschreiben. Die einzige Veränderung zum Angebot vom 17. November war eine Verhandlungsverpflichtung über die gewonnenen Erkenntnisse der betrieblichen Arbeitszeitprojekte, die der Arbeitgeber statt der geforderten Arbeitszeitregelungen durchführen will.

„Probieren statt normieren“ – das ist das Ziel der Arbeitgeber in den Verhandlungen. Anstatt handfeste Regelungen für das Zugpersonal zu tarifieren, soll lieber auf der grünen Wiese probiert werden und zwar nur im Rahmen der vom Arbeitgeber gewünschten Grenzen. Die Belastung des Zugpersonals ist einfach zu hoch, um sich den Luxus einer zweijährigen Erprobungsphase gönnen zu können, an deren Ende keine verbindlichen Verbesserungen für das gesamte Zugpersonal stehen.

Dabei ist es doch gar nicht so schwer – die GDL fordert nichts Unmögliches. Sie möchte mit dem Modell „5+2“ eine Gleichstellung des Zugpersonals mit den weiteren Beschäftigten im Konzern erreichen, denn auch die haben pro Kalenderwoche fünf Arbeitstage und zwei zusammenhängende Ruhetage. Auch sah sich die DB nicht in der Lage, zu den weiteren Forderungen Angebote vorzulegen. Vielmehr soll es für das Zugpersonal bei den angebotenen sagenhaften 0,66 Prozent bleiben.

Für den 16. Dezember 2016 ist eine sechste Verhandlungsrunde in Berlin vereinbart. Die GDL hat den Arbeitgeber nochmals klar und unmissverständlich aufgefordert, ein neues und kein „neu erklärtes“ Angebot vorzulegen.

Aushang Report – GDL Aktuell – 30.11.2016

http://www.gdl.de/Aktuell-2016/AushangReport-1480514537

X